Orange auf weiß können Verbraucher auf den ersten Blick durch die „Haltungsform Stufe 3“ erkennen, dass PRO WEIDELAND Fleisch aus einer Haltung stammt, die weit über die gesetzlichen Standards hinaus geht.


Haltungsform Stufe 3 (Außenklima) entspricht nach Stufe 4 (Premium), mit der für Rind bisher nur Bioprodukte gelistet sind, der zweithöchsten Stufe. Die Stufen geben an, wie hoch das Tierwohl-Niveau bei der Haltung der Tiere war, von denen das Fleisch stammt. Eingeordnet in die jeweilige Haltungsform von Stufe 1 bis 4 werden die am Markt befindlichen Tierwohl-Siegel für Fleischprodukte von der Gesellschaft zur Förderung des Tierwohls in der Nutztierhaltung. Diese ist zugleich Trägerin der Initiative Tierwohl. Bisher wurde Rindfleisch nur in den Stufen 1 (Stallhaltung) und 4 (Premium) gelistet.

Die Einstufung von PRO WEIDELAND in das System Haltungsform ist ein wichtiger Indikator dafür, „dass der Handel das Siegel ernst nimmt“, erläutert Dr. Alexander Hinrichs, Geschäftsführer der Initiative Tierwohl. Es gebe zahlreiche Label am Markt, so Hinrichs, die nicht alle automatisch gelistet würden. Die Initialzündung, ein Produkt einzuordnen, muss jeweils von einem der teilnehmenden Lebensmitteleinzelhändler ausgehen, die sich vor einem Jahr auf die gemeinsame Kennzeichnung geeinigt hatten. Wenn, wie bei PRO WEIDELAND geschehen, die Kriterien der jeweiligen Stufe erfüllt sind und die Aufnahme in die Kennzeichnung bewilligt ist, dürfen auch andere teilnehmende Lebensmitteleinzelhändler das jeweilige Fleisch mit der Haltungsform labeln.

Laut Haltungsform-Kennzeichnung wird mit dem orangen Siegel der Stufe 3 Fleisch von Tieren gelabelt, die Zugang zu Außenbereichen hatten und die damit aus einer Haltung stammen, die über die gesetzlichen Standards hinausgeht. „Wir bei PRO WEIDELAND erfüllen sogar noch mehr Kriterien“, ergänzt Luisa Jäger vom Grünlandzentrum Niedersachsen/Bremen e.V., Inhaber des PRO WEIDELAND Gütesiegels. So haben Milchkühe, die in das PRO WEIDELAND Programm aufgenommen werden, ganzjährige Bewegungsfreiheit, grasen an mindestens 120 Tagen 6 Stunden lang auf der Weide und erhalten nur Futter entsprechend dem VLOG-Standard ohne Gentechnik. Pro Kuh und Jahr müssen mindestens 2000m² Grünland und davon mindestens 1000m² Weidefläche zur Verfügung stehen.

Zu den gelabelten PRO WEIDELAND Rindfleisch-Produkten zählen Hackfleisch, Burger-Patties und Gulasch. Das Fleisch stammt von Weiderindern vorrangig aus dem Raum Oldenburg/Ostfriesland und den umliegenden Weideregionen. Vermarktet wird es von der Westfleisch SCE aus dem westfälischen Münster. Erst vor gut einem Jahr war Westfleisch als erster Fleischverarbeiter bei PRO WEIDELAND eingestiegen und bietet seine Produkte seither in ausgewählten Lebensmittelmärkten an. Heribert Qualbrink, Einkaufsleiter Landwirtschaft bei Westfleisch, bilanziert: „Das Konzept kommt an und stellt für interessierte Konsumenten eine echte Alternative zur direkten Unterstützung der Landwirtschaft bei gleichzeitiger Förderung des Tierwohls dar.“

Das Label PRO WEIDELAND setzt als Gütesiegel für Weideprodukte Maßstäbe. Es kennzeichnet neben Fleisch vor allem Milch, Butter und Käse. „Kein anderes Label regelt so streng wie das Gütesiegel PRO WEIDELAND die Vorgaben für Weidemilch- und Weidefleisch-Produkte, für die es EU-weit keine einheitlichen Kriterien gibt“, sagt Dr. Arno Krause, Geschäftsführer des Grünlandzentrums.

Über PRO WEIDELAND:

Das grüne Rundsiegel PRO WEIDELAND ist Eigentum des Grünlandzentrums Niedersachsen/Bremen e.V. mit Sitz in Ovelgönne. Es wird von der PRO WEIDELAND GmbH verwaltet. 2017 wurde das Gütesiegel, das eine weidende Kuh auf einer saftigen Wiese zeigt, in Niedersachsen feierlich eingeführt. Die Molkerei Ammerland stieg als erste Molkerei in das Programm ein. Ihr folgten weitere aus ganz Deutschland, u.a. Arla, sowie FrieslandCampina aus den Niederlanden. Die Produktpalette wurde kontinuierlich vergrößert. Zu der anfänglich gelabelten Milch kamen Käse, Butter und zuletzt Fleisch hinzu. PRO WEIDELAND gilt als Label der Wahl bei Verbrauchern und kommt einem De-Facto-Standard gleich.

Hinter dem Gütesiegel PRO WEIDELAND steht als Abbild der Gesellschaft eine große Gemeinschaft, die ihre Ziele in einer Weidecharta formuliert hat. Die Gemeinschaft setzt sich für den Erhalt der Vielfältigkeit der Produktionssysteme ein und unterstützt die Weidehaltung als naturnahe Haltungsform mit ihren positiven Einflüssen auf Tierwohl, Umweltschutz und Biodiversität. Zu ihr zählen fast 40 Vertreter aus Landwirtschaft, Umwelt- und Tierschutz, Wissenschaft und Politik. Zu den jüngsten Zeichnern gehört das Niedersächsische Umweltministerium. Es folgte u.a. den Landwirtschaftsministerien der Länder Niedersachsen und Schleswig-Holstein, der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) sowie dem Senator für Umwelt, Bau und Verkehr der Stadt Bremen. Vertreter aus Umwelt- und Tierschutz sind beispielsweise der BUND, ProVieh und die Alfred Toepfer Akademie für Naturschutz.

Weitere Informationen unter: www.proweideland.eu

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