Pressemitteilungen

Nachgefragt bei den Mitarbeitern des Grünlandzentrums:

Weideaustrieb 2019 in der Wesermarsch. Was ist ein Weideaustrieb?
Jendrik Holthusen: Nach einem gut halbjährigen Aufenthalt im Stall dürfen die Kühe heute zum ersten Mal wieder auf ihre geliebte Weide. Für die Tiere, aber auch für die Landwirte ist dies ein ganz besonderer Tag. Mit ihrem Rennen und Springen veranstalten die Kühe ein gewaltiges Spektakel mit einer ganz besonderen Atmosphäre, an der wir die Öffentlichkeit teilhaben lassen möchten.

Wo findet der Weideaustrieb statt?
Simone Wiegand: In diesem Jahr veranstaltet das Grünlandzentrum Niedersachsen/Bremen e.V. den Weideaustrieb stellvertretend für die Region auf dem Milchhof der Familie Heike und Heiko Holthusen, Harrierwurp 31, in Brake. Die 200 Milchkühe werden in zwei Gruppen auf die angrenzenden Weiden laufen. Für die ersten 130 Kühe öffnen sich die Stalltüren um 13 Uhr, für die übrigen 70 um 15 Uhr.
Der Hof auf der Wurp lebt die Weidehaltung in besonderem Maße. Betriebsleiter Heiko Holthusen, der als Kind mit seinen Eltern aus Rastede nach Brake auf den Hof zog und diesen in den 1990er Jahren übernahm, optimiert sein Weidemanagement stetig weiter. Ob in Zusammenarbeit mit irischen Landwirten, als Pilotbetrieb in mehreren Projekten des Grünlandzentrums oder im Austausch mit Kollegen – immer zeigt sich der Betrieb innovativ und aufgeschlossen, das Beste für Mensch, Tier und Umwelt zu erreichen. Heute bewirtschaftet der Hof rund 250 ha Grünland und verfügt über 200 Milchkühe und ebenso viel Jungvieh.
Als zertifizierter Pro Weideland Betrieb erfüllt der Hof auf der Wurp bei der Erzeugung und Verarbeitung von Weidemilch die anspruchsvollen Kriterien des Gütesiegels Pro Weideland.
2016 zelebrierte das Grünlandzentrum zusammen mit der Molkerei Ammerland den ersten öffentliche Weideaustriebe auf dem Hof auf der Wurp, der seitdem die Tradition fortführt.

Gab es Weideaustriebe schon immer?
Arno Krause: Öffentliche Weideaustrieb, so wie ihn die Besucher heute hier erleben, gibt es in Norddeutschland noch nicht so lange. Das Grünlandzentrum hat dieses Format, den „Kosläpp“ aus Schweden übernommen und 2016 im Nordwesten gewissermaßen eingeführt. Seitdem bieten immer mehr Landwirte Weideaustriebe als Event für die Öffentlichkeit an, die jedes Frühjahr viele Besucher anziehen.
Weideaustriebe sind eine gute Gelegenheit, der Gesellschaft eine ganz besondere Nähe zur Landwirtschaft und speziell zur Weidehaltung zu ermöglichen. Die Besucher können sich ein Bild machen von glücklich hüpfenden Kühen und alles darüber erfahren, wie Weidemilch entsteht – vom Gras bis ins Glas.

Wie sieht das Programm heute aus?
Lena Holzenkamp: Das Grünlandzentrum hat den Weideaustrieb noch nie so groß aufgezogen wie heute und sogar mit der Kulturetage Oldenburg und dem Brake Tourismus und Marketing Verein zwei Kooperationspartner ins Boot geholt.
Der Weideaustrieb ist ein großes Fest für die ganze Familie und bietet für jeden etwas. Die Moderation übernimmt Annie Heger. Auf der Bühne spielt den ganzen Tag das Rock-Trio Gordon.

Für das leibliche Wohl sorgen:
• Herrlich gutes Essen, Oldenburg, mit Weide- Cheeseburger
• Die Geschmacksträger, Oldenburg, mit Weide-Sandwiches
• Reiners mit Currywurst/ Pommes
• Landfrauen mit Blechkuchen & Kaffee
• Junge Landfrauen mit Waffeln
• Melkhus – verschiedene Milchdrinks etc.
• Berliner Preuß, Brake
• Käsekostproben „Ammerländer“
• Getränkeangebote: Sektbar, Bierbude, versch. antialkoholische Getränke – Tobias Holthusen
• Café Klinge mit Kaffeespezialitäten

Kinderprogramm:
• Spielstationen mit Weidezertifikat
• Kuhwetthüpfen
• Strohrutsche
• Kuh melken
• Butter herstellen
• Upcycling Milchkarton mit Ammerländer
• Kuh-/Weidequiz
• Hüpfburg
• Kinderschminken
• Sandburg
• Strohburg
• Ponyreiten
• Kettcarbahn
• Bemalen des Güllebehälters – Malstation
• [evtl. Kutschfahrt/Fahrt mit Rasenmähtrecker und Anhänger]

 

Was ist das Grünlandzentrum?
Arno Krause: Das Grünlandzentrum Niedersachsen/Bremen e.V. hat seinen Sitz in Ovelgönne und ist der heutige Gastgeber. Im Grünlandzentrum arbeiten 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in nationalen und internationalen Projekten rund um Grünland. Im Fokus stehen zukunftsfähige Lösungen für eine Landwirtschaft auf Grünland, die wissenschaftlich fundiert und praktisch umsetzbar sind. Das Grünlandzentrum verbindet Theorie und Praxis. Es vernetzt Landwirte, Wissenschaftler, Politiker und Berater.

Was bedeutet Pro Weideland?
Luisa Jäger: PRO WEIDELAND ist Name (eines Labels) und Programm zugleich. Entstanden ist das Programm aus dem Projekt Weidemilch, das vom Land Niedersachsen gefördert und vom Grünlandzentrum umgesetzt wurde. Das Ziel war und ist, die tendenziell rückläufige Weidehaltung neben der Stallhaltung zu erhalten und zu fördern. Denn es ist längst nicht mehr selbstverständlich, dass Landwirte ihre Milchkühe draußen weiden lassen. In großen Betrieben kommt im Schnitt nur noch jede 3. Kuh auf die Weide. Das Wissen um Weidehaltung nimmt ab. Und das, obwohl 1. die Weidehaltung dem Tierwohl dient, 2.sich die meisten Verbraucher eine Landschaft ohne weidende Kühe nicht vorstellen können und 3. Weidehaltung den Erhalt von Grünland sichert, das wiederum die Artenvielfalt, also die Biodiversität fördert und dem Umweltschutz dient.

Wer steht hinter dem Gütesiegel Pro Weideland?
Luisa Jäger: Um all dies zu erreichen, hat das Grünlandzentrum das gleichnamige Label Pro Weideland entwickelt und 2017 feierlich – bei einem Weideaustrieb - eingeführt. Das Grünlandzentrum ist zwar Eigentümer des Labels, aber es hat viele Partner aus der Politik, der Landwirtschaft, der Wissenschaft, dem Natur- und Umweltschutz sowie aus Verbänden an seiner Seite, die alle eine Charta gezeichnet haben und sich als Charta-Gemeinschaft für Weidehaltung stark machen. Zu den Partnern zählen Molkereien ebenso wie z.B. der BUND, der Nabu, Pro Vieh, die Uni Göttingen oder das Landwirtschaftsministerium Schleswig-Holstein. Alleine im vergangenen halben Jahr haben vier neue Partner die Charta gezeichnet, die Zeichnung eines weiteren bedeutenden Partners steht schon im Mai an. Pro Weideland ist längst über Niedersachsen hinausgewachsen.

Was garantiert das Label?
Lena Holzenkamp: Das Label PRO WEIDELAND kennzeichnet Weidemilch, Produkte aus Weidemilch wie Butter und Käse und neuerdings auch Weidefleisch. Den Verbrauchern, die Produkte mit dem Siegel kaufen, versichert es, dass hier hohe Kriterien erfüllt wurden bei der Erzeugung und der Vermarktung der Weideprodukte. Die Kühe müssen an mindestens 120 Tagen 6 Stunden lang auf der Wiese Gras fressen dürfen. Pro Tier müssen Landwirte 2000m² Grünland und davon mindestens 1000² Weidefläche vorhalten. Gefüttert wird nur nach dem VLOG-Standard „Ohne Gentechnik“. Pro Weideland hat damit erstmals einen unabhängig kontrollierten und transparenten Standard in Deutschland geschaffen, den es so noch nicht gab.

Warum ist die Weidehaltung für die Kühe und die Natur so besonders?
Lena Holzenkamp:
- Kommt der natürlichsten Haltungsform der Kühe am nächsten
- Bewegungsdrang wird gestillt- sieht man an den springenden Kühen
- Durch die Mindestgröße an Weidefläche von 1000 m2 pro Kuh kann sichergestellt werden, dass die Kühe viel frisches Gras aufnehmen können
- Weidehaltung fördert die Biodiversität – Beispiel: Ein Kuhfladen auf der Weide stellt die Lebensgrundlage für sehr viele Insekten dar

Warum stehen Weidekühe im Winter im Stall?
Lena Dangers: Kühe sind dann gerne auf den Weiden, wenn die Bedingungen für sie stimmen. In den Sommermonaten ist dies meist der Fall. In den Wintermonaten sind die Witterungsbedingungen in unseren gemäßigten Breiten für Kühe aber nicht gut. Niedrige Temperaturen bis zu minus 20 Grad können sie zwar sehr gut vertragen, aber die Kombination aus Nässe und Kälte vertragen Kühe überhaupt nicht. Durch höhere Niederschlagsmengen im Winter und Herbst sind die Böden aber meist nass, das Wasser kann jetzt nicht mehr vom Gras genutzt werden. Selbst wenn die Grasnarbe noch dicht ist, weicht der Boden nach langandauerndem Niederschlag auf und ist nicht mehr tragfähig. Das bedeutet, dass die Tiere mit ihren Klauen mehr Schaden anrichten und die Fläche durch Trittschäden verdichtet werden kann. (Im Winter muss ja auch kein Rasen gemäht werden). Gras wächst unter einer Bodentemperatur von 6 Grad nicht mehr, Kühe finden demensprechend auch zu wenig Futter auf den Weiden und fühlen sich jetzt im Stall wohler.

Welche Rolle spielt der Verbraucher?
Arno Krause: Das Label Pro Weideland wurde 2017 eingeführt und hat sich seitdem zu einem anspruchsvollen Standard entwickelt. Die Molkerei Ammerland führte das Label als Pionier ein. Ihr folgten weitere Molkereien, zuletzt FrieslandCampina und Arla, sowie als erster Fleischverarbeiter Westfleisch. Zu den gelabelten Weideprodukten zählen Milch, Käse, Butter und neuerdings auch Fleisch.
Die Verkaufspreise von Weideprodukten liegen in der Regel zwischen denen von konventionellen und Bioprodukten. Laut einer Studie der Universität Göttingen sind Verbraucher theoretisch bereit, für Weideprodukte mehr Geld zu bezahlen. Die Praxis sieht derzeit aber anders aus. Der Absatz von Weidemilch ist in den vergangenen drei Jahren zwar stetig gestiegen. Gemessen am gesamten Konsummilchmarkt ist er aber gering. Und das, obwohl sich fast 80 Prozent der Verbraucher eine Landschaft ohne weidende Kühe nicht vorstellen können und Weidehaltung als natürlichste Form der Weidehaltung favorisieren würden. Das bedeutet, dass sich Kunden zwar Kühe auf der Weide wünschen, aber beim Einkaufen nur selten zur etwas teureren Weidemilch greifen. Der Verbraucher spielt, um die Frage zu beantworten, eine sehr große Rolle, wenn sich Weideprodukte weiter im Markt etablieren sollen.

Dr. Arno Krause ist Geschäftsführer des Grünlandzentrums
Simone Wiegand ist Leiterin der Kommunikation
Luisa Jäger und Lena Holzenkamp sind zuständig für das Programm PRO WEIDELAND
Lena Dangers ist Weidecoach
Jendrik Holthusen arbeitet in den EU-Projekten Inno4Grass und Nefertiti, Landwirt, Sohn von Heiko und Heike Holthusen

Weitere Informationen auf unserer Website: Grünlandzentrum Mitarbeiter oder www.gruenlandzentrum.de

 

Das Banner zum Weideaustrieb 2019

Plakat Weideaustrieb 2019Am kommenden Samstag, 13. April, ist es soweit!

Freuen Sie sich mit uns auf den Weideaustrieb des Jahres 2019!

Großes Rahmenprogramm mit Musik, Food Trucks und Kinderprogramm auf dem Pro Weideland Hof auf der Wurp

Ort: Hof auf der Wurp, Harrierwurp 31, Brake.
Beginn: 11:00 Uhr. Ende: 16:30 Uhr.

Weideaustriebe: 13:00 Uhr und 15:00 Uhr.

Hofrundgänge: 12:00 Uhr und 14:00 Uhr.

Alle Infos rund um das Grünlandzentrum auch unter www.gruenlandzentrum.de

Lesen Sie hier die gesamte Pressemitteilung:

Vor drei Jahren initiierte das Grünlandzentrum Niedersachsen/Bremen e.V. erstmals einen festlichen Weideaustrieb. Nach schwedischem Vorbild, dem „Kosläpp“, wollte man der Weidehaltung in der Öffentlichkeit mehr Raum geben. Das Format war so erfolgreich, dass ein Jahr später nicht nur wieder ein Weideaustrieb stattfand, sondern der damalige Agrarminister Christian Meyer auch das im Grünlandzentrum entwickelte Gütesiegel PRO WEIDELAND vorstellte, das heute als anspruchsvoller Standard bei Produkten aus Weidemilch und neuerdings auch Weidefleisch gilt.

Für das innovative Projektbüro aus Ovelgönne nicht nur ein schöner Erfolg, sondern auch Ansporn, noch mehr Verbraucher, von denen sich fast 80 Prozent eine Landschaft ohne weidende Kühe nicht vorstellen können, hinter die Kulissen der Weidehaltung blicken zu lassen. Das Grünlandzentrum beschreitet deshalb in diesem Jahr einen neuen Weg und eröffnet stellvertretend für die gesamte Region im Nordwesten die Weidesaison am Sonnabend, 13. April, mit einem Festival. Unter dem Motto „Kühe und Konzert“ findet von 11:00 Uhr bis 16:30 Uhr ein großes Familienfest auf dem Hof auf der Wurp (Harrierwurp 31) in Brake statt. Der Eintritt ist frei. Die Veranstaltung ist barrierefrei.

Im Mittelpunkt steht der Weideaustrieb von 200 Kühen, von denen 130 Tiere um 13:00 Uhr und weitere 70 um 15:00 Uhr nach der winterlichen Stallsaison wieder hinaus auf die angrenzenden Weiden laufen dürfen. Zu den weiteren Höhepunkten zählen Hofrundgänge um 12:00 Uhr und 14:00 Uhr sowie Live Auftritte des Rock-Trios „Gordon“ (Acoustic/Electric/Vocal). Die beliebte Entertainerin Annie Heger führt durch das Programm. Für das leibliche Wohl sorgen Food-Trucks, die u.a. Weideburger anbieten. Zum Kinderprogramm zählen Heurutsche, Hüpfburg, Ponyreiten und vieles mehr.
„Wenn wir die Stalltüren für die ersten Kühe öffnen, können es die anderen kaum erwarten, bis sie auch an der Reihe sind“, weiß Jendrik Holthusen, Mitarbeiter des Grünlandzentrums und Sohn von Heike und Heiko Holthusen, auf deren Pro Weideland Betrieb der Weideaustrieb des Grünlandzentrums stattfindet. Besucher erleben das Spektakel hautnah und können den Weg säumen, auf dem die Milchkühe vom Stall bis zur Weide vor Freude hüpfen und rennen.

Als Kooperationspartner fungieren die Kulturetage gGmbH Oldenburg und der Brake Tourismus und Marketing e.V. den diesjährigen Weideaustrieb. Die Molkerei Ammerland, die als Pionier mit ihrer Marke Ammerländer das PRO WEIDELAND Programm des Grünlandzentrums von Anfang an unterstützte, ist Hauptsponsor des Festivals. Weitere Förderer sind die Westfleisch SCE, die als erster Fleischvermarkter das Gütesiegel PRO WEIDELAND führt, sowie die Landessparkasse zu Oldenburg (LzO).

Über PRO WEIDELAND:
PRO WEIDELAND ist Name eines Gütesiegels und Programm zugleich. PRO WEIDELAND will die Vielfalt der Produktionssysteme in der Milchwirtschaft sichern und setzt sich deshalb für den Erhalt der tendenziell rückläufigen Weidehaltung ein, die als naturnahe Haltungsform positiven Einfuss auf Tierwohl, Biodiversität und Umweltschutz hat. Ziel ist es, Grünland als Teil der Kulturlandschaft zu erhalten als Mehrwert für die Gesellschaft sowie Weideprodukte im Markt zu etablieren als Mehrwert für Verbraucher und Landwirte. Das Gütesiegel PRO WEIDELAND kennzeichnet Weidefleisch und Produkte aus Weidemilch, die nach strengen Vorgaben erzeugt und verarbeitet werden. Das Label hat rund 30 Unterstützer aus Tier-, Umwelt-, Natur- und Verbraucherschutz sowie aus (Land-) Wirtschaft, Politik und Wissenschaft. Tendenz steigend. Beispiele sind der BUND, ProVieh, die Universität Göttingen oder die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung.
Das grüne Rundsiegel PRO WEIDELAND ist Eigentum des Grünlandzentrums Niedersachsen/Bremen e.V. mit Sitz in Ovelgönne. Es wird von der PRO WEIDELAND GmbH verwaltet. 2017 wurde das Gütesiegel, das eine weidende Kuh auf einer saftigen Wiese zeigt, in Niedersachsen feierlich eingeführt. Die Molkerei Ammerland stieg als erste Molkerei in das Programm ein. Ihr folgten weitere aus ganz Deutschland wie zuletzt Arla sowie FrieslandCampina aus den Niederlanden.


Über das Grünlandzentrum:
Das Grünlandzentrum Niedersachsen/Bremen e.V. ist ein innovatives Projektbüro mit Sitz in Ovelgönne im Landkreis Wesermarsch, in dem wissenschaftlich fundierte und praktisch umsetzbare Lösungen für eine zukunftsfähige Landwirtschaft auf Grünland entwickelt werden. Dazu vernetzt das Grünlandzentrum Landwirte, Wissenschaftler, Politiker und Berater. Ziel ist es, gemeinsam Lösungsansätze für ein nachhaltigeres Wirtschaftswachstum zu entwickeln und die besondere Kulturlandschaft zu erhalten. Das Grünlandzentrum geht aus einer vorhergeschalteten Projektphase in den Jahren 2010-2013 hervor, die durch die Metropolregion Bremen/Oldenburg im Nordwesten e.V. und weitere Förderer aus Wirtschaft und Kommunen gefördert wurde. Heute beschäftigt das Grünlandzentrum 15 Mitarbeiter und arbeitet in neun Projekten auf nationaler und EU-Ebene.

www.gruenlandzentrum.de
www.proweideland.eu

Die europäische Molkereigenossenschaft Arla Foods unterzeichnete im Beisein von Schleswig-Holsteins Landwirtschaftsminister Jan Philipp Albrecht in Kiel die Weidecharta des PRO WEIDELAND Programms. Das Unternehmen tritt mit seiner Unterschrift einem starken Bündnis aus fast 30 namhaften Institutionen bei. Gemeinsam wollen sie die Weidehaltung als naturnahe Haltungsform mit ihren positiven Einflüssen auf Umweltschutz, Tierwohl und Biodiversität stärken.

Die Teilnahme am PRO WEIDELAND Programm ist für Arla ein konsequenter Schritt, um das Weidemilch Segment, das zuletzt leicht zurückgefahren wurde, zu stärken.

Schließlich spielt Weidemilch im Arla Produktportfolio eine wichtige Rolle: Bei der Arla Bio Weidemilch setzt Arla auf die erfolgreiche Kombination des Weidekonzepts mit Milch in Bioqualität. Außerdem wird Weidemilch unter der Regionalmarke Hansano vermarktet.

Gleichzeitig schraubt die Genossenschaft mit dem Gütesiegel auch die Anforderungen an die Produktion noch einmal höher: Denn jeder Milchkuh müssen zukünftig 2000m² Futterfläche zur Verfügung stehen. Diese ist definiert als Dauergrünland, das sich positiv auf die Umwelt und die Artenvielfalt auswirkt, oder alternativ als Wechselgrünland, bei dem die Landwirte einen zusätzlichen Beitrag zur Biodiversität leisten, indem sie zum Beispiel Blühstreifen anlegen.

„Mit Einführung des Gütesiegels wollen wir die Anforderungen an unsere Weidemilch im Einklang mit unserer kürzlich veröffentlichten Nachhaltigkeitsstrategie noch einmal erhöhen. Denn Weidehaltung trägt zur biologischen Diversifizierung bei und Grünland bleibt als Kohlenstoffspeicher erhalten. Die Kriterien des PRO WEIDELAND Siegels sind ab sofort Teil unseres Arla Weidemilch Standards – sprich alle Arla Landwirte müssen ihre Weidemilch nach diesen Vorgaben produzieren. Das Gütesiegel werden Verbraucher ab Juni erst einmal auf unserer frischen Hansano Weidemilch finden. Besonders in diesem Bereich wollen wir den Absatz und die Vermarktung durch die Einführung des anerkannten Labels stärken“, erklärt Kasper Thormod Nielsen, Leiter Unternehmenskommunikation und Public Affairs bei Arla Foods in Deutschland.

Zur Unterzeichnung von Arla ergänzte Schleswig-Holsteins Landwirtschaftsminister Jan Philipp Albrecht: „Das Unterzeichnen der Weidecharta und die Einführung des Gütesiegels verpflichtet die Arla Milcherzeuger zur Einhaltung der hohen Standards einer nachhaltigen und tiergerechten Weidehaltung. Mit Arla gewinnt das PRO WEIDELAND Programm einen weiteren großen Partner, was ich sehr begrüßenswert finde.“

Über PRO WEIDELAND
Das PRO WEIDELAND Label ist seit Mitte 2017 auf dem Markt und Eigentum des Grünlandzentrums Niedersachsen/Bremen e.V. Es wird von der PRO WEIDELAND GmbH verwaltet.

Das Gütesiegel regelt und kontrolliert seitdem so klar und anspruchsvoll wie kein anderes in Deutschland die Erzeugung und Weiterverarbeitung von Weidemilch, für die es in der EU bisher keine einheitlichen Kriterien gibt.

Milchbauern, die am PRO WEIDELAND Programm teilnehmen, verpflichten sich, dass ihre Kühe ganzjährig Bewegungsfreiheit haben und an mindestens 120 Tagen für mindestens 6 Stunden auf der Weide grasen. Die Betriebe dürfen nur Futter entsprechend dem VLOG-Standard ohne Gentechnik verwenden. Sie müssen 2000 m² Grünland und pro Kuh davon mindestens 1000 m² Weidefläche nachweisen können. Alle PRO WEIDELAND Betriebe führen taggenaue Weidekalender und unterziehen sich zudem regelmäßig externen Kontrollen. „Kein anderes Label regelt und kontrolliert so klar und anspruchsvoll die Vorgaben für Weidemilch. Damit schafft PRO WEIDELAND einen de-facto-Standard als Vorreiter in Deutschland“, sagt Dr. Arno Krause, Geschäftsführer des Grünlandzentrums.

Entwickelt wurden die umfassenden Kriterien von namhaften Vertretern aus Landwirtschaft, Umwelt- und Tierschutz, Wissenschaft, Wirtschaft und Politik. Als Abbild der Gesellschaft haben sie die PRO WEIDELAND Weidecharta gezeichnet und fördern das Label aktiv. Immer mehr Unterstützer schließen sich dieser Akteursgemeinschaft an, so nun auch Arla Foods.

Laut einer Studie können sich fast 80 Prozent der Verbraucher eine Landwirtschaft ohne weidende Kühe nicht vorstellen. Das Ziel von PRO WEIDELAND ist es, die tendenziell rückläufige Weidehaltung als naturnahe Haltungsform zu stärken und ihre positiven Einflüsse auf Tierwohl, Umweltschutz und Biodiversität zu fördern. Damit will PRO WEIDELAND die Vielfalt der Produktionssysteme in der Milchwirtschaft erhalten.
www.proweideland.eu

Über Arla Foods
Arla Foods ist eine europäische Molkereigenossenschaft und gehört den rund 10.300 Arla Landwirten aus Belgien, Dänemark, Deutschland, Großbritannien, Luxemburg, Schweden und den Niederlanden. Das Unternehmen mit rund 19.000 Mitarbeitern erwirtschaftete 2018 einen globalen Umsatz von 10,4 Mrd. Euro. Arla Produkte werden weltweit unter bekannten Markennamen wie Arla®, Castello®, Lurpak® und Puck® in mehr als 120 Ländern der Erde vertrieben. Das Unternehmen ist der weltweit größte Hersteller von Molkereiprodukten in Bio-Qualität. In Deutschland ist Arla Foods mit starken Marken wie Arla Buko®, Arla® Skyr und Kaergarden® vertreten. Deutschland gehört zu den sechs Kernmärkten des Unternehmens. Hierzulande ist Arla Foods das drittgrößte Molkereiunternehmen und beschäftigt rund 2.000 Mitarbeiter in verschiedenen Werken und der Deutschland-Zentrale in Düsseldorf. Weitere Informationen finden Sie unter www.arlafoods.de

 

Pressekontakt Arla Foods Deutschland:
Annika Albrecht, Corporate Communications Manager
Wahlerstr. 2, 40472 Düsseldorf
Tel.: +49 (0) 152 / 54647960, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Pressekontakt Grünlandzentrum Niedersachsen / Bremen e.V.:
Simone Wiegand, Public Relations
Albrecht-Thaer-Str.1, 26 939 Ovelgönne
Tel.: +49 (0) 4401 8 29 26-20, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Save the date: Weideaustrieb am 13. April 2019 - Kühe und Konzert -

Vor wenigen Jahren initiierte das Grünlandzentrum Niedersachsen/Bremen e.V. erstmals einen festlichen Weideaustrieb. Nach schwedischem Vorbild wollte man der Weidehaltung in der Öffentlichkeit mehr Raum geben. Seitdem avancierte das Format zum Publikumsmagneten, so dass das innovative Projektbüro aus Ovelgönne in diesem Jahr einen neuen Weg beschreitet: Stellvertretend für die gesamte Region eröffnet das Grünlandzentrum Niedersachsen/Bremen e.V. die Weidesaison am Sonnabend, 13. April, mit einem Festival. Unter dem Motto „Kühe und Konzert“ findet von 11:00 Uhr bis 16:30 Uhr ein großes Familienfest auf dem Hof auf der Wurp (Harrierwurp 31) in Brake statt. Der Eintritt ist frei. Die Veranstaltung ist barrierefrei.

Im Mittelpunkt steht der Weideaustrieb von 200 Kühen, von denen 130 Tiere um 13:00 Uhr und weitere 70 um 15:00 Uhr hinaus auf die angrenzenden Weiden laufen dürfen. Zu den weiteren Höhepunkten zählen Hofrundgänge um 12:00 Uhr und 14:00 Uhr sowie Live Auftritte des Rock-Trios „Gordon“ (Acoustic/Electric/Vocal). Die beliebte Entertainerin Annie Heger führt durch das Programm. Für das leibliche Wohl sorgen Food-Trucks, die u.a. Weideburger anbieten. Zum Kinderprogramm zählen Heurutsche, Hüpfburg, Ponyreiten und vieles mehr.

„Wenn wir die Stalltüren für die ersten Kühe öffnen, können es die anderen kaum erwarten, bis sie auch an der Reihe sind“, weiß Jendrik Holthusen, Mitarbeiter des Grünlandzentrums und Sohn von Heike und Heiko Holthusen, auf deren Hof der Weideaustrieb des Grünlandzentrums stattfindet. Besucher erleben das Spektakel hautnah und können den Weg säumen, auf dem die Milchkühe vom Stall bis zur Weide vor Freude hüpfen und rennen.

Als Kooperationspartner unterstützen die Kulturetage gGmbH Oldenburg und der Brake Tourismus und Marketing e.V. den diesjährigen Weideaustrieb. Die Molkerei Ammerland, die als Pionier mit ihrer Marke Ammerländer das PRO WEIDELAND Programm des Grünlandzentrums von Anfang an unterstützte, ist Hauptsponsor des Festivals. Weitere Unterstützer sind die Westfleisch SCE, die als erster Fleischvermarkter das Gütesiegel PRO WEIDELAND führt, sowie die Landessparkasse zu Oldenburg (LzO).

Öffentliche Weideaustriebe gibt es im Nordwesten erst seit drei Jahren. Damals hatte das Grünlandzentrum dem tierischen Spektakel erstmals einen festlichen Rahmen gegeben und seine Initiative PRO WEIDELAND vorgestellt. Mittlerweile praktizieren zahlreiche Höfe Austriebe, die jedes Frühjahr hunderte Schaulustige anziehen. Auf der PRO WEIDELAND Homepage wird deshalb ab sofort eine interaktive Karte angeboten, die Besuchern einen Überblick über weitere Weideaustriebe in der Region geben soll.

PRO WEIDELAND setzt sich für den Erhalt der tendenziell rückläufigen Weidehaltung mit ihren positiven Einflüssen auf Tierwohl, Biodiversität und Umweltschutz ein. Das gleichnamige Gütesiegel PRO WEIDELAND kennzeichnet Weidefleisch und Produkte aus Weidemilch, die nach strengen Vorgaben erzeugt und verarbeitet werden. Das Label hat zahlreiche Unterstützer aus Tier-, Umwelt-, Natur- und Verbraucherschutz sowie aus (Land-) Wirtschaft, Politik und Wissenschaft.

Ort: Hof auf der Wurp, Harrierwurp 31, Brake.
Beginn: 11:00 Uhr. Ende 16:30 Uhr. Weideaustriebe: 13:00 Uhr und 15:00 Uhr. Hofrundgänge: 12:00 Uhr und 14:00 Uhr.

Liebe Redaktionen,
dieser Pressetext dient gleichzeitig als Einladung für Sie. Für Interviews im Vorfeld oder während der Veranstaltung kontaktieren Sie bitte Simone Wiegand. Alle Kontakte finden Sie hier:

Kontakte:

Grünlandzentrum Niedersachsen / Bremen e.V.

Albrecht-Thaer-Str. 1

26 939 Ovelgönne

www.gruenlandzentrum.de

www.proweideland.eu

Tel.:                        +49 (0) 4401 8 29 26-0

Simone Wiegand

Presse und Kommunikation

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Kulturetage gGmbH Oldenburg

Bahnhofstraße 11

26122 Oldenburg

www.kulturetage.de

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Bettina Stiller

Presse und Kommunikation

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Brake Tourismus und Marketing e.V.

Kaje 9

26919 Brake (Unterweser)

www.brake-touristinfo.de

Tel.:                        +49 (0) 4401 19433

Stefan Block und Inola Hofrichter

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Weideaustrieb Besucher

Besucher erleben hautnah, wie die Tiere auf dem Weg vom Stall zur Weide hüpfen und rennen. Archivfoto: Grünlandzentrum

Weideaustrieb Hof auf der Wurp

Der Weideaustrieb auf dem Hof auf der Wurp ist ein Fest für die ganze Familie. Archivfoto: Grünlandzentrum

Weideaustrieb2019 Banner

Kühe und Konzert. Unter diesem Motto steht der Weideaustrieb 2019, der vom Grünlandzentrum in Kooperation mit der Kulturetage Oldenburg und dem Brake Tourismus und Marketing e.V. präsentiert wird. Foto: Grünlandzentrum

Plakat Weideaustrieb 2019

Das Plakat zur Veranstaltung zum Download.

 

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