Umweltministerium und Verband kommunaler Unternehmen zeichnen Weidecharta von PRO WEIDELAND zeichnen Weidecharta

In Niedersachsen, wo das Programm 2017 gestartet ist, ist das Umweltministerium der zweite große politische Förderer von PRO WEIDELAND. Für Umweltminister Olaf Lies ist die Zeichnung der Charta ein konsequenter Schritt: „Die Grünlandregionen Niedersachsens sind im Laufe einer seit Jahrhunderten bewährten, naturnahen Bewirtschaftung durch Weidehaltung entstanden. Wir wollen diese Kulturlandschaft mit ihren unterschiedlichen Funktionen für die Vielfalt der beheimateten Pflanzen und Tiere, für den Tourismus und als Wirtschaftsstandort erhalten. Hier sind wir unseren kommenden Generationen verpflichtet. Wir müssen daher Rahmenbedingungen schaffen, die - ungeachtet der heutigen Produktionsanforderungen an die Landwirtschaft - das naturnahe Grünland erhalten und seine Funktion für die Artenvielfalt und als Speicher von Treibhausgasen langfristig sichern. Die Weidelandcharta hat das Ziel, dass Milchkühe weiter draußen grasen – sie ist daher ein gutes Beispiel, wie die Pflege des Grünlands gemeinsam gelingen kann.“

Das Niedersächsische Umweltministerium reiht sich damit in eine Liste von PRO WEIDELAND Partnern aus der Politik ein, zu denen die Landwirtschaftsministerien der Länder Niedersachsen und Schleswig-Holstein, die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) sowie der Senator für Umwelt, Bau und Verkehr der Stadt Bremen zählen. Neben politischen Vertretern gehören der PRO WEIDELAND Akteursgemeinschaft, die längst über Niedersachsen hinausgewachsen ist, außerdem Institutionen aus Tier- und Umweltschutz sowie Wissenschaft und Landwirtschaft an. Allein in den vergangenen sechs Monaten haben vier weitere Förderer, u.a. die Molkereiunternehmen FrieslandCampina und Arla, die Charta gezeichnet.

Einen weiteren Förderer der Weidehaltung erhält die Charta am heutigen Tag mit dem Verband kommunaler Unternehmen (VKU). Karsten Specht, stellvertretender Vorsitzender der VKU-Landesgruppe Niedersachsen/Bremen und Geschäftsführer des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbands (OOWV) hat die Zeichnung vorgenommen. „Grün- und Weideland ist der Freund des Wasserschützers“, betonte Karsten Specht. So sei Dauergrünland hilfreich, um Nitrate „festzuhalten“, damit diese nicht in das tiefere Grundwasser gelangen, aus dem die Trinkwasserversorgung sichergestellt wird. „Die Zusammenarbeit mit dem Grünlandzentrum ist ein Paradebeispiel für wirksamen und erfolgreichen Grundwasserschutz“, so Specht.

Über den VKU

Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) ist die Interessenvertretung der kommunalen Versorgungs- und Entsorgungswirtschaft in Deutschland. Die im VKU organisierten 1.474 Mitgliedsunternehmen sind vor allem in der Energieversorgung, der Wasser- und Abwasserwirtschaft sowie der Abfallwirtschaft und Stadtreinigung tätig. Die VKU-Landesgruppe Niedersachsen/Bremen ist Ausrichter der 28. Osnabrücker Wasserfachtagung, die diesmal unter der Überschrift steht: „Hitzeperioden und Starkregen-Ereignisse – Wie begegnen wir dem Klimawandel?“

Über PRO WEIDELAND

Das PRO WEIDELAND Label ist seit Mitte 2017 auf dem Markt und Eigentum des Grünlandzentrums Niedersachsen/Bremen e.V. Es wird von der PRO WEIDELAND GmbH verwaltet.

Das Gütesiegel regelt und kontrolliert seitdem so klar und anspruchsvoll wie kein anderes in Deutschland die Erzeugung und Weiterverarbeitung von Weidemilch, für die es in der EU bisher keine einheitlichen Kriterien gibt.

Milchbauern, die am PRO WEIDELAND Programm teilnehmen, verpflichten sich, dass ihre Kühe ganzjährig Bewegungsfreiheit haben und an mindestens 120 Tagen für mindestens 6 Stunden auf der Weide grasen. Die Betriebe dürfen nur Futter entsprechend dem VLOG-Standard ohne Gentechnik verwenden. Sie müssen 2000 m² Grünland und pro Kuh davon mindestens 1000 m² Weidefläche nachweisen können. Alle PRO WEIDELAND Betriebe führen taggenaue Weidekalender und unterziehen sich zudem regelmäßig externen Kontrollen. „Kein anderes Label regelt und kontrolliert so klar und anspruchsvoll die Vorgaben für Weidemilch. Damit schafft PRO WEIDELAND erstmals einen Standard und ist damit Vorreiter in Deutschland“, sagt Dr. Arno Krause, Geschäftsführer des Grünlandzentrums.

Entwickelt wurden die umfassenden Kriterien von namhaften Vertretern aus Landwirtschaft, Umwelt- und Tierschutz, Wissenschaft, Wirtschaft und Politik. Als Abbild der Gesellschaft haben sie die PRO WEIDELAND Weidecharta gezeichnet und fördern das Label aktiv. Immer mehr Unterstützer schließen sich dieser Akteursgemeinschaft an, so nun auch das Niedersächsische Umweltministerium und der Verband kommunaler Unternehmen.

Laut einer Studie können sich fast 80 Prozent der Verbraucher eine Landwirtschaft ohne weidende Kühe nicht vorstellen. Das Ziel von PRO WEIDELAND ist es, diesen gesellschaftlichen Anspruch zu erfüllen. Die tendenziell rückläufige Weidehaltung als naturnahe Haltungsform mit ihren positiven Einflüssen auf Tierwohl, Umweltschutz und Biodiversität soll gefördert und die Vielfalt der Produktionssysteme in der Milchwirtschaft erhalten werden.

 

Pressekontakt Grünlandzentrum Niedersachsen / Bremen e.V.:

Simone Wiegand, Öffentlichkeitsarbeit

Albrecht-Thaer-Str.1, 26 939 Ovelgönne

Tel.: +49 (0) 4401 8 29 26-20, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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